Aktuelle Informationen

Eine Erfolgsstory auf Rädern

Bürgerbusverein Finnentrop feiert seinen zehnten Geburtstag

Ehrenamtler schließen eine Lücke im Angebot des öffentlichen Nahverkehrs/strong>

Text von Nicole Voss (WP)

 „Verwaltung und Rat der Gemeinde Finnentrop empfinden ihre Arbeit als wertvolle Bereicherung des Lebens in unserer örtlichen Gemeinschaft, als Ausdruck des Gemeinsinns der Mitwirkenden und als Vorbild bürgerschaftlichem Engagements“, lobte Bürgermeister Dietmar Heß am Samstag das Engagement des Bürgerbusvereins Finnentrop. Das Gemeindeoberhaupt bedankte sich damit beim Vereinsvorstand mit ihrer Vorsitzenden Dr. Heidi Zimmermann, den Fahrerinnen  und Fahrern, dem Routenplaner Bernhard Lubeley und der Mitarbeiterin der Gemeinde Finnentrop, Brigitte Kümhof für ihren Einsatz.

Der Bürgerbusverein feierte am Samstag mit Vertretern befreundeter Bürgerbusvereine seinen zehnten Geburtstag in der Mensa der Gesamtschule. Bürgermeister Heß hob hervor, dass die Zahlen von 131.000 Fahrgästen, etwa 600.000 gefahrenen Kilometern und 18 ehrenamtlichen Fahrern für sich sprechen. Der Bürgerbus schreibe damit weiter an seiner Erfolgsstory, der noch weitere Kapitel folgen mögen. „Nicht allen war vor der Vereinsgründung bewusst gewesen, welcher Bedarf bestand und dass sich ehrenamtliches Engagement so lohnen würde.

Mit der Arbeit des Bürgerbusvereins und dem persönlichen Einsatz von Vorstand und Fahrern sei eine Bürgerinitiative entstanden, die eine Lücke im Angebot des öffentlichen Nahverkehrs schließe, so Heß. „Hier haben Bürger  die Initiative ergriffen, anderen zu helfen, insbesondere mobilitätseingeschränkten Menschen die Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen. Der ÖPNV dient auf dem Land nur noch als Grundversorgung auf  niedrigem Niveau, was man beklagen kann, was aufgrund der zur Verfügung stehenden Mittel vielleicht auch nachvollziehbar ist“, betonte der Bürgermeister, der ferner hervor hob, dass die Akteure nicht über den ÖPNV lamentierten, sondern sich der Gründung eines Bürgerbusvereins widmeten.

Das Mittel zum guten Zweck, der Bürgerbus werde erst durch die Begeisterung und den Einsatz der Ehrenamtlichen zum Zugewinn der örtlichen Gemeinschaft, da nicht nur Menschen von A nach B gefahren werden, sondern auch soziale Arbeit mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft geleistet werde. Dr. Heidi Zimmermann, Vorsitzende des Bürgerbusvereins ließ die Geschichte Revue passieren, die nicht nur von freudigen Ereignissen geprägt war. Der Anstoss zur Vereinsgründung sei aus dem Arbeitskreis „Soziale Agenda“, namentlich von Gertrud Wiebelhaus erfolgt. Nach Bedarfsermittlung, Infoveranstaltung, schriftlicher Umfrage, dem Verteilen von Flyern und der zwingenden Zusage der Gemeinde Finnentrop die Bürgschaft zu übernehmen, wurde am 8. Februar 2007 der Verein gegründet.

„Bei der ersten Mitgliederversammlung im März waren es bereits 39 Mitglieder und 13 Fahrer“, blickte Zimmermann zurück. Mit finanziellen Mitteln des Landes NRW, der Gemeinde, der Sparkasse Finnentrop und Sponsoren wurde der Bus angeschafft und ist seit dem offiziellen Starttermin im Februar 2008 an fünf Tagen in der Woche in den Ortsteilen Bamenohl, Finnentrop und Weringhausen unterwegs. Diverse technische Probleme des Fahrzeugs stellten den Vorstand und die Fahrer immer wieder vor Herausforderungen, die mit Bravour gemeistert wurden. Keiner resignierte, so dass die Zahl der Fahrer weiter anstieg.

„Die Gründung des Bürgerbusvereins hat mir viel gebracht. Es war spannend und abwechslungsreich, fast wie ein Überraschungsei. Wer auf dem Sprung ist, sollte einfach beim Bürgerbusverein anfangen“, so Dr. Heidi Zimmermann. Zur Unterhaltung während der Feierstunde trugen der MGV Finnentrop, unter Leitung von Dieter Ohm und Märchenerzählerin Petra Griese bei.

 

Durch das Engagement des Vorstands und der Fahrer ist der Bürgerbus Finnentrop eine Erfolgsgeschichte geworden. Elisabeth Zingsheim, Brigitte Kümhof, Peter Melchers, Bernhard Lubeley (Routenplaner), Elisabeth Erwes, Dr. Heidi Zimmermann, Gerhard Loth (von links) sind maßgeblich daran beteiligt.

 

Geehrt wurden: Helmut Adler, Hugo Deutenberg, Elisabeth Erwes, Peter Jopke, Alfons Kramer, Gerhard Loth, Peter Melchers, Werner Eckhard, Manfred Ziegert, Siegfried Zimmermann (zehn Jahre ehrenamtliche Fahrertätigkeit) sowie Dr. Heidi Zimmermann, Elisabeth Zingsheim, Gerhard Loth, Elisabeth Erwes, Peter Melchers, Brigitte Kümhof (zehn Jahre Vorstandstätigkeit) und Bernhard Lubeley (Routenplanung).

 

 

Ebenfalls geehrt wurden: Dr. Heidi Zimmermann, Elisabeth Zingsheim, Gerhard Loth, Elisabeth Erwes, Peter Melchers, Brigitte Kümhof (Vorstandstätigkeit)

Weitere Fotos der Jubiläumsfeier finden Sie in der Fotogalerie..

Fotos: Hildegunde Loth

 

 

"Der Bürgerbus lässt niemanden stehen"

Artikel "Der Bürgerbus lässt niemanden stehen" im
Komplett Magazin
, Ausgabe 11/12-2016  (Autor: Rüdiger Kahlke)
über den Finnentroper Bürgerbus!

 

Zum Lesen der .pdf-Datei bitte hier oder auf das Titelbild klicken!

 

 

 

 

 

VCD-Verkehrspreis 2017
VCD Kreisverband Siegen-Wittgenstein und Olpe für den ehrenamtlichen Einsatz der Bürgerbus-Fahrerinnen und -Fahrer

Frau Dr. Zimmermann, Vorsitzende des BBV Finnentrop e.V., nimmt den Preis entgegen.

Foto: Gerd Loth

Die Urkunde kann hier angesehen werden.

 

 

Endlich ist er da!

Finnentrop. (bsg) Endlich ist er da! Der neue Bürgerbus für die Gemeinde Finnentrop und mit ihm die Hoffnung, mit diesem neuen Fahrzeug mehr Glück und weniger Probleme zu haben als mit seinem Vorgänger.

„Bei der Bestellung des alten Busses im Jahr 2007 hatten wir uns aus finanziellen Gründen für einen Iveco entschieden und ökologisch, wie wir dachten, mit einem Rußpartikelfilter“, erzählte Dr. Heidi Zimmermann, Vorsitzende des Bürgerbusvereins bei der Einweihung des neuen Fahrzeuges, „Wir konnten nicht wissen, dass unser Stopp and Go Betrieb  nicht mit dem Rußpartikelfilter vereinbar war. Die Folge waren ständige, oft wöchentliche Werkstattbesuche.

Fast genauso schlimm waren die Anrufe der Bürger, weil der Bus mit einer stinkenden und schwarzen Rauchwolke durch die Gemeinde fuhr.“ Ursache war der Rußpartikelfilter, weil beim Regenerieren immer wieder Diesel ins Öl gelangt. Als der 50.000 Fahrgast begrüßt werden sollte, kam es zum Totalausfall und anstatt der vorgesehen Feierlichkeiten musste der Bus abgeschleppt und ein Ersatzfahrzeug besorgt werden.

„Insgesamt haben wir für die Reparaturen in den all den Jahren 68.000 Euro ausgegeben“, so Dr. Heidi Zimmermann. Doch der Bürgerbusverein konnte diese finanziellen Belastungen aufgrund von Sponsoren und Fahrgästen selber tragen. Zum Glück hat das Fahrzeug vorzeitig 300.000 Kilometer zurückgelegt und  damit gab es auch aus Arnsberg grünes Licht, endlich ein neues Fahrzeug zu erwerben. „Nun haben wir einen Mercedes Sprinter, den  wir nach intensiven Beratungen durch einen Sachverständigen und andere Bürgerbusvereine angeschafft haben.“ Dieser hat einen Rußpartikelfilter mit EURO 6, der eine bessere Verbrennung gewährleistet. Der Bus ist ausgestattet mit einem 7-Gang Automatik Getriebe und einer Schiebe- statt Schwingtür.

„Der neue Bus kostet uns 54.000 Euro. Finanziert wird dieses durch den Anteil des Landes NRW in Höhe von 35.000 Euro, durch den Erlös des Verkaufs des alten Busses und durch die Gemeinde mit 14.000 Euro. Der Rat hat dem einstimmig zugestimmt.“  Bürgermeister Dietmar Heß bedankte sich im Anschluss an die Einsegnung durch Pfarrerin Warns und Vikar Mariusz bei den vielen ehrenamtlichen Helfern im Verein, Vorstand und bei den Fahrern, die dieses Projekt zu einer Erfolgsgeschichte gemacht haben, „das hoffentlich noch viele Kapitel bereit hält.“ Hier sei eine Bürgerinitiative entstanden,  die konstruktiv handelnd einen Bürgerbusverein gegründet hätten um Mobilität für alle zu gewähren. „Der Bürgerbus ist ein Zugewinn für unsere Gemeinschaft. Die Fahrer strahlen Begeisterung aus und geben auch menschliche Zuwendung an die Fahrgäste weiter. Damit sind sie eine wertvolle Bereicherung für unser Zusammenleben.“ Als besonderes Geschenk versprach Heß Socken mit dem Emblem des Bürgerbusses für alle Fahrer. „Ich habe das bei den Schmallenberger Fahrern gesehen und denke, gerade im Sommer, wenn sie mit kurzen Hosen fahren, ist dieses eine gute Idee.“ 

Der Bürgerbus Finnentrop befördert im Monat durchschnittlich 1200 Fahrgäste. 17 ehrenamtliche Fahrer und Fahrerinnen  sorgen für Bewegung. Insgesamt nutzten seit der Gründung  rund 87.000 Fahrgäste den Bürgerbus. Am 11. Februar 2008 war die erste Fahrt des Bürgerbusses. Insgesamt umfasst der Fahrplan drei verschiedene Touren.
 
 

Alle ehrenamtlichen Fahrer und Fahrerinnen des Bürgerbus Finnentrop freuen sich über das neue Fahrzeug, das hoffentlich weniger Probleme macht, als sein Vorgänger.

Text und Foto: Barbara Sander-Graetz

Den Artikel auf www.derwesten.de 

 

 

Den komplette Artikel im Sauerlandkurer oder in dieser .pdf-Datei